„Die kluge Müllerin“ von der Aisch

„Die kluge Müllerin“ von der Aisch

Nordbayerische Nachrichten Donnerstag, 15. Januar 2015 Höchstadt und Umgebung

https://www.aischtaler-filmtheater.net/html/die-kluge-mullerin.html

Am Sonntag wird ein Heimatfilm über mafiöse Banker und gute Ernährung gezeigt
Wie kann man die Vorzüge von regionalen Produktionskreisläufen spannend präsentieren und
dabei auch noch den Genossenschaftsgedanken in den Mittelpunkt stellen? Vielleicht mit
einem Film? Das Kulturkino in der Koslinger Straße 20 hat das jetzt versucht. Das Ergebnis
wird am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der kleinenSpielstätte in Höchstadt zu sehen sein:
„Die kluge Müllerin“
HÖCHSTADT – Gedreht wurde vor allem in der Greienmühle in Höchstadt sowie in der
näheren Umgebung. Regisseur und Autor WernerSchramm, der auch das Kulturkino betreibt,
hat sich eine dramatischeHandlung ausgedacht: Der Kleinbauer Georg kann sein Getreide
nicht mehr mahlen lassen und damit den Freibäcker Erbel nicht mehr beliefern, weil der
Müller Michl seine Mühle geschlossen hat. Der nämlich hat Kredite vom Banker Richard
genommen und seine Mühle verpfändet.

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Bruder verspekuliert sich
Dies allerdings ohne Kenntnis seiner Schwester, die bei ihrer Rückkehr zur Mühle vor
vollendete Umgestaltungsmaßnahmen gestellt wird. Da sie schon länger von ihrem Bruder –
der sich verspekuliert hat – kein Geld erhalten hat, stellt sie ihn nicht nur zur Rede, sondern
plant auch die Rettung der Mühle.

Drehsarbeiten

Richard und Johann, der Banker

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GeorgHansFrischmann
Richard Ellen
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Der Vertrag
Bäckerei Ebel, Dachsbach
Filmpräsentation Darsteller
Genossenschaftsgründung


Der Banker allerdings arbeitet(zunächst) verdeckt mit einem Investor zusammen. Ihr Ziel ist
es, verschiedene Objekte der Gegend zu einer Golflandschaft, zu Wellnesshotels und
Logistikzentren umzugestalten. Dazu brauchen sie Eigentümer, die in die Schuldenfalle
laufen. Allerdings haben sie die Rechnung ohne die couragierte Schwester des Müllers
gemacht. Auf deren Initiative wird die Gründung einer Genossenschaft nach Raiffeisens
Vorbild von Förderern der Regionalproduktion und -versorgung auf den Weg gebracht. Die
„Schlacht“ gegen die Renditehaie kommt immer mehr auf Touren.
Wohnstudio als Bankertreff
Die Dreharbeiten liefen im vergangenen Sommer, und Werner Schramm machte gegenüber
den NN deutlich, dass er sich mit dem Thema regionale Wirtschaftskreisläufe insbesondere in
der Landwirtschaft intensiv auseinandergesetzt hat.
Die Drehorte waren auch immer ein Ort der Information und des Nachdenkens, so vor allem
die Greienmühle, aber auch der Biohof von Gerhard Willner in Dutendorf und der Hof von
Hans Frischmann in Höchstadt. Das Wohnstudio Emrich diente als Bankerstützpunkt. „Wir
haben rund zehn Stunden Video gedreht und daraus dann einen Film von 1:50 Stunden gemacht“, erklärt Werner Schramm. Das Thema regionale Versorgung und der
Genossenschaftsgedanke habe ihn fasziniert, „und ich habe mir dann ein Konzept überlegt,
wie man das vermitteln kann.“ Genossenschaften, so ist Schramm überzeugt, können gerade
heutzutage noch viele positive Impulse geben, gerade in einerZeit, in der globalisierte
Wirtschaftskreisläufe zunehmend zu einer Gefahr für Natur und Gesundheit würden.
„Ich wollte mit diesem Film diese Dinge einfach mal wieder ins Bewusstsein rücken“, so der
64-Jährige. Wie nahe der Film trotz fiktiver Handlung der Realität kommen will, zeigt sich
auch am „Freibäcker Erbel“, den es tatsächlich gibt, und zwar in Dachsbach. Auch dort wurde
gedreht.Die dortige Bäckerei sucht sich Rohstoffe und Zutaten bewusst in der näheren
Umgebung, auch deswegen, weil sie die Qualität dann besser kontrollieren kann. „Freibäcker
zu sein heißt auch, so frei zu sein, keine Kürbiskernbrötchen anzubieten, wenn sein
fränkischer Lieferant keine Kerne liefern kann“, so beschreibt es Werner Schramm.
Heimatgedanken stärken
Herausgekommen ist eine Mischung aus Wirtschaftskrimi und Heimatfilm. „Der Verein
Kulturkino hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Heimatgedankenzu stärken.“ Die Förderung
und Stärkung des Kleingewerbes in der Region liegen Schramm am Herzen. „Und das
Kleingewerbe hat es heute schwer, weil große Firmen die langen Transportwege besser
verkraftenkönnen.“ mk
An dem Film „Die kluge Müllerin“haben mitgearbeitet: Georg Römer, Günther Weinkauf,
Arnd Erbel, Ulrike Schramm, Johann Schulz, Richard Emrich, Ellen Schumm, Leonhard Hirl,
Gerhard Willner, Heike Winkler, Alexander Ullrich, Hans Frischmann und andere.
Kulturkino: Liste der Eigenproduktionen
Restauration eines Höchstadter Heimatfilms von 1933/34 (Lehrer Gebhardt), gemeinsam mit
dem Stadtarchiv und der Stadtkapelle, 2006
Gretel Hawel – Ein Leben für den Kree, Doku 2007
„Im Zeichen des Krummstabes“, Aufzeichnung und Bearbeitung einer Theaterproduktion des
Heimatvereins 11/2007 in St. Georg, Höchstadt
Kurzfilm über die Kulturtage des Landkreises ERH in der Partnerstadt Tarnowski Gory
(Polen), Doku 2007
Neue Heimat Höchstadt – Vertriebene, Flüchtlinge und ein Flüchtlingskommissar (Max
Brehm Mabre), Doku 2008
„HOLPU“ mit der Filmgruppe der Barmherzigen Brüder Gremsdorf 2008
„Der Schrei des Karpfens“, Spielfilm Oktober 2009
„Kinderzüge in die Schweiz“ –Die Deutschlandhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes
1946-1956, Doku 2010
„Wie Winnetou in die Dörfer kam“– Das Wanderkino der Familie Weber, Doku 2011
„Senioren fahren leise Fahrrad“ – Spielfilm 2012

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