Prof. Dr. phil. Ralf Lankau: “Über die sogenannte digitale Bildung – und den lernenden Menschen”

Prof. Dr. phil. Ralf Lankau: “Über die sogenannte digitale Bildung – und den lernenden Menschen”

https://youtu.be/7_i81a-UdQo Vortrag Offenburg

Die Demaskierung des Digitalen 1 | 7
Die Demaskierung des Digitalen durch ihre Propheten
Computer und Computerstimme als Erzieher? Eine Digitaleuphorie als
Dystopie, in: Die Zeit Nr. 5 vom 28. Januar 2016
Unter dem Titel „Ein Lehrer für mich allein“ publizierte die ZEIT einen Artikel
von Fritz Breithaupt über die seines Erachtens unvermeidbaren „dramatischen
Veränderungen des Lernens“ durch Computerprogramme und Sprachsysteme.
Man sollte solche Artikel aufmerksam lesen, weil sich dabei exakt jene
Denkstrukturen offenbaren, vor denen EUPräsident
Martin Schulz als technologischem
Totalitarismus warnt.

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Das Lernen werde sich dramatisch ändern, schreibt Fritz Breithaupt, Professor
für Germanistik an der Indiana University in Bloomington (ZEIT Nr. 5, Januar
2016). Maßgeschneiderte Computerprogramme würden den herkömmlichen
Unterricht ersetzen. Der persönliche Lehrer und der primäre Gesprächspartner
werde ein Computer sein, die Stimme des Computers das neue Über-
Ich. Rechner bzw. Softwareprogramme und synthetische Stimmen würden zum
Lehrer, Partner, Ratgeber und lebenslangen Begleiter. Computer beobachten
per Videokamera und Sprachaufzeichnung ihre Schülerinnen und Schüler und
sprechen mit ihnen, geben ihnen die Schulaufgaben, motivieren, loben und
helfen, wenn etwas nicht funktioniert. Das sei keine Science-fiction, sondern
Deutschland 2036.
Diese Systeme wären nicht nur intelligent, sondern könnten auch Emotionen
erkennen und entsprechend reagieren. Für jede Schülerin und jeden Schüler
gäbe es maßgeschneiderte (algorithmisch berechnete) Angebote, die exakt auf
das Leistungsvermögen zugeschnitten seien. Und wie ein guter Coach oder
Trainer bringe die Software jeden Probanden bis zur maximalen Leistung.
Breithaupt nennt das „Individualerziehung“ durch Softwaresysteme. Die Revolution
liege in der Mischung als Algorithmen und computerisierter Spracherkennung.
Die Systeme seien einsatzbereit.
„Um diese Stimme als intelligenten persönlichen Assistenten für
die Bildung anzuwenden, fehlt nur noch der große Freilandversuch,
in dem das System sich selbst verbessern kann.“ (Breithaupt,
2016)
prof. dr. phil. ralf lankau, grafik.werkstatt, fakultaet m+i, hs offenburg, badstr. 24, 77652 og

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